Das Schloss Belvedere in Wien bei Dämmerung

Kurze Geschichte Österreichs

Österreich blickt auf eine lange, abwechslungsreiche Geschichte zurück und war bei allen großen Ereignissen in Europa mit dabei.

Die frühesten Spuren des Menschen in Österreich führen in die Altsteinzeit, deren bekanntestes Zeugnis die 26 000 Jahre alte Frauenstatue „Venus von Willendorf“ ist.

Während der Kupferzeit bildeten sich in den inneralpinen Gegend Siedlungen. Aus dieser Zeit, ca. 3300 v. Chr., stammt einer der wichtigsten archäologischen Funde, die Gletschermumie „Ötzi“.

In der Bronzezeit siedelten die Kelten in Österreich an und gründeten die Hallstattkultur. In der darauf folgenden Eisenzeit begannen sie in der Region des heutigen Salzburger Landes mit dem Salzabbau, was Orten wie Hallein und Hallstatt nebst Salzburg ihren Namen gab, denn in der keltischen Sprache ist hal der Begriff für Salz.

Um das Jahr 15 v. Chr. gehörte das heutige Österreich zum Römischen Reich, dessen größte römische Stadt Carnuntum war. Nach den Römern eroberten die Bajuwaren das Gebiet.

Im Jahr 996 wurde Österreich erstmals urkundlich als „Ostarrichi“ (Östliche Mark) erwähnt und gehörte fortan als Markgrafschaft Österreich zum Herzogtum Bayern.

Von 1156 bis 1806 war Österreich als Erzherzogtum ein eigenständiger Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches und wurde erst von den Babenbergern, dann ab dem Jahr 1276 von der Dynastie der Habsburger regiert.

Die Habsburger hatten im 15. und 16. Jahrhundert in Europa die Vorherrschaft, als sie durch geschickte Heiratspolitik ihre Herrschaft auf Spanien, die Niederlande und Teile Italiens ausdehnten. Im Osten hatte Österreich 1714–18 mit Angriffen der Osmanen zu bekämpfen, doch die Türkenbelagerungen wurden vor Wien gestoppt. Auch die Reformation und die darauf folgende Rekatholisierung machten den Habsburgern zu schaffen und waren ein Mitauslöser des 30-jährigen Krieges.

Im Jahr 1740 bestieg Maria Theresia Habsburg-Lothringen den Thron. Sie war eine sehr einflussreiche Persönlichkeit, die in Österreich u. a. das Verwaltungs- und Bildungswesen reformierte und eine geschickte Heiratspolitik betrieb. So verheiratete sie ihre Tochter Marie Antoinette mit dem französischen Thronfolger Ludwig XVI. Doch die Habsburger mussten auch Rückschläge hinnehmen, als im österreichischen Erbfolgekrieg Schlesien an Preußen verloren ging.

Im Jahr 1804 wurde das Kaisertum Österreich gegründet, zu dem auch Ungarn und Böhmen gehörten. Vier Jahre später war Wien der Schauplatz der Neuordnung Europas, als es 1814–15 den „Tanzenden Kongress“ ausrichtete.

Die nationalsozialistischen Strömungen rüttelten an der Macht der Habsburger und führten 1867 zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, die von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Sissi regiert wurde. Im Vielvölkerstaat waren aber zu viele unterschiedliche Kulturen vereint und es brodelte in Europa.

Als 1914 Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajewo erschossen wurde, war dies der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und der Erste Weltkrieg brach aus. Danach war Österreich kein Kaisertum mehr und sein Territorium auf die Hälfte geschrumpft. Unter dem Namen „Deutschösterreich“ gründete man die Erste Republik, die aber von der Wirtschaftskrise gebeutelt wurde.

1938 erfolgte der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland als „Ostmark“ und Österreich wurde in den Zweiten Weltkrieg mit hineingezogen.

Nach dem Krieg 1945 erklärte Österreich seine Unabhängigkeit und gründete 1955 einen souveränen Staat, die Zweite Republik. 1995 trat das Land der EU bei.